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Frankfurt am Main

Frankfurt Sonnenuntergang

Dort wo einst die Franken die Furt durch den Main entdeckten, liegt heute "hibbdebach und dribbdebach" eine Metropole, in der zwar nur 660.000 Menschen leben, die aber gleichwohl viel zu bieten hat: z.B eine Sprache und ein Getränk, (das Stöffche, der Äppelwoi), die beide den "Aageplackte" (=Zugereisten, Zugezogenen) oft nur mühsam die Kehle passieren. Manche nennen es auch"Mainhattan", ein Hinweis darauf, dass man sich die ganze Mini-Metropole auch mal ganz distanziert von oben herab betrachten kann.

Lang, reich und vielfältig ist die Frankfurter Geschichte. Hier steht nicht nur der Römer, das heutige Frankfurter Rathaus, in dem die Vorbereitungen zur Wahl der deutschen Kaiser stattfand.
Hier wurden Deutschlands großer Dichter Johann Wolfgang von Goethe und auch Anne Frank geboren, der „Struwwelpeter“ ist hier zuhause, Schopenhauer hat hier seine letzten Lebensjahre verbracht und hier stand auch die Wiege der deutschen Demokratie: 1848 tagte die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche und war das erste frei gewählte Parlament für ganz Deutschland. Hier kämpften die 68er und die Startbahn-West-Gegner, aktuell demonstrieren v.a. Studierende gegen die Studiengebühren und v.a. Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger gegen Sozialabbau.

Der Römer

Heute ist die Messe- und Universitätsstadt Frankfurt eine lebendige, "multikulturelle" Stadt, in der ca. 180 Nationen und viele Konfessionen vertreten sind. Fast jeder Dritte hat einen Pass aus einem anderen Land – manche haben auch keinen.

Mehrheiten und Minderheiten, alte und junge Menschen, Menschen mit offensichlichen und weniger sichtbaren Behinderungen, Frauen und Männer, Heterosexuelle und Homosexuelle, Arbeitslose und Arbeitende, Obdachlose und (Groß)grundbesitzer, Mittellose und Begüterte, Alteingesessene oder MigrantInnen usw. leben hier meist friedlich miteinander oder nebeneinander, häufig auch ohne Kontakt.

Die Fluktuation ist groß, der Flughafen RheinMain ist für viele MigrantInnen der erste Landeplatz und für andere die letzte Station vor der Abschiebung.

Das Kulturleben Frankfurts hat eine große Spannbreite Frankfurt hat rund 20 Bühnen und 30 freie Theatergruppen. Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ist klassisches ebenso wie modernes Theater, Boulevard- und Volkstheater sowie Kabarett und internationales Theater zu sehen. Zu dieser Theaterlandschaft in der Stadt gehören auch vier Playbacktheatergruppen. Musikalisch kommen Konzerte, Opern, Operetten, Tanz, Musicals und Shows zur Aufführung. In der Musikkultur herausragend ist das "Ensemble Modern", das weltweit älteste Jazzfestival und unzählige POP- und Rockereignisse. Viel davon wird vom hier ansässigen Hessischen Rundfunk gesendet.

 

Sommerleben am Main Frankfurt ist auch die Stadt der Verlage, Zeitungen und Bücher. Anlässlich der jährlichen Buchmesse wird in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Im Literaturhaus und in vielen Buchhandlungen finden internationale Vertreter der zeitgenössischen Literatur ein Forum, in dem sie ein breites, interessiertes Publikum ansprechen können. Jeweils für ein Jahr wählt sich Frankfurt einen Stadtschreiber.

Außerdem hat Frankfurt ein wunderschönes Museumsufer und international bekannte Häuser wie das Museum der Weltkulturen, die Kunsthalle Schirn, das Städel, das Deutsche Filmmuseum oder das Museum für Moderne Kunst. Die "Nacht der Museen" und das "Museumsuferfest" gehören in jedem Jahr zu den Höhepunkten der Musemsaktivitäten.

Also, Ihr seht: Mehr als "Bankfurt" und "Mainhattan". Kommt und schaut mal selbst nach, welche der Bilder, die man "schon immer von Frankfurt hat", stimmen und welche nicht.

 

 

(alle Bilder (c) Marlies Arping 2007)

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